Donnerstag, 8. Mai 2008

Internationaler Terrorist in Florida wie ein Held gefeiert

Wie das Nachrichtennetzwerk "Réseau Voltaire" (Voltaire Network) berichtet, gab es am Dienstag den 6. Mai in Miami eine Ehrenfeier mit 500 Gästen zum 80. Geburtstag von Luis Posada Carriles.

Auf den gebürtigen Kubaner Carilles, der mehrere Attentate in Süd- und Mittelamerika zu verantworten hat, lastet ein internationaler venezuelanischer Haftbefehl. Die Unterkommission für Menschenrechte im Abgeordnetenhaus hatte in seiner Sitzung vom 15 November 2007 seine Verantwortlichkeit für verschiedene terroristische Aktionen festgestellt, darunter ein Attentat, das 73 Menschenleben kostete. Er selbst bestreitet die Aktionen nicht, bekennt sich sogar mit Arroganz dazu wie Réseau Voltaire berichtet.

Mit Standing Ovations wurde Dienstag Carilles in Miami empfangen. Unter den Applaudierenden befanden sich unter anderem auch hohe politische Vertreter. Bescheiden empfing er den Beifall um anschliessend von Tisch zu Tisch zu wandern um mit möglichst allen Gästen ein Wörtchen zu plaudern. Réseau Voltaire berichtet weiter, dass man bei der Idylle "beinahe vergisst", dass Miami in dem Land liegt, dessen Präsident sagte, dass "ein Staat, der Terroristen schützt, selbst terroristisch ist."


In einem Interview mit der New York Times am zwölften und 13. Juli 1998 hatte Carilles explizit sein Mitwirken an terroristischen Aktionen in Süd- und Mittelamerika zugegeben. Finanziell unterstützt wurde er nach seinen Aussagen im Interview unter anderem von der Cuban American National Foundation. Die Aktionen beinhalteten Sabotageakte, Attentate und andere Anschläge. Des weiteren wird ihm auch der Anschlag vom Oktober 1976 auf ein kubanisches Passagierflugzeug vorgeworfen, bei dem 73 Menschen getötet wurden. Die damals gefassten Attentäter berichteten auf seine Anweisungen gehandelt zu haben.

Neuere Infos zu Carilles Machenschaften und die Rolle, die der US-Geheimdienst CIA dabei gespielt hat gibt es hier: Der lange Schatten des Terroristen


Kommentar:

Für eine Definition des "Terroristen"-Begriffs

Ein international gesuchter Terrorist, der eindeutig hinter Gitter gehört, feiert in Miami zwischen "ranghohen politischen Vertretern" (leider in den Quellen nicht weiter konkretisiert) seinen Geburtstag. Dieser zusammenfassende Satz verdeutlicht noch einmal die Absurdität dieser Gegebenheit. Stellt sich die Frage: Wann ist ein Terrorist ein Terrorist? Das von den US-Neocons wahrscheinlich am meist gebrauchte Wort um Feinde zu kennzeichnen oder politische Gegner zu diskreditieren, ist in keinem amerikanischen Gesetzestext definiert. Würde man diesem Begriff eine gesetzliche Definition geben, müsste Luis Posada Carriles sich eine andere Schutzmacht suchen. Solange wie aber der Begriff überall auf der Welt, nicht nur in den USA, je nach Bedarf mit zweierlei Mass bemessen wird werden politische Mörder wie Carilles weiterhin irgendwo einen sicheren Hafen finden.


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