Die Nachbarn Sudan und Äthiopien einigten sich laut dem Sudan Tribune auf eine Ausweitung der bereits bestehenden Massnahmen zur Eindämmung der immer wieder auftretenden Kämpfe an der Landesgrenze. Äthiopien hatte laut Sudanesischen Quellen zuvor eine Polizeistation im Sudan, nahe der Grenzregion attakiert.Der Äthiopische Aussenminister Seyoum Mesfin und der Sudanesische Chef der Sicherheits- und Nachrichtendienste Gen Salah Abdallah Gush sprachen am Freitag über "unwesentliche Missverständnisse" die zu "unregelmässigen Zusammenstössen" führten. Die Äthiopische Nachrichtenagentur ENA berichtete dazu, dass Gosh und Mesfin sich darauf einigten die Umsetzung der von den beiden Ländern zuvor vereinbarten Anordnung zur Vorbeugung von solchen Zusammenstössen forcieren wollen.
Äthiopische Kräfte hätten am letzten Montag eine Sudanesische Polizeistation angegriffen und dabei 19 Menschen getötet äusserten Sudanesische Quellen sich zu dem besagten Zusammenstoss. Nach anderen Berichten handelte es sich um eine Militärbasis. Sudan verurteilte den Angriff und erklärte, es habe keinen erklärbaren Grund dafür gegeben. Äthiopien dementierte seinerseits die Anschuldigungen. "Wir wissen nicht, warum sie uns beschuldigen" erklärte Regierungssprecher Berekat Simon.
Trotz dieser Ereignisse haben die beiden Länder beschlossen ihre Vereinbarung zum gegenseitigen Schutz der Grenze zu verstärken. "Die uralten Beziehungen zwischen Sudan und Äthiopien lassen sich nicht durch unregelmässige und unwesentliche Scharmützel stören" erklärte Sosh gegenüber der ENA.
Kommentar:
Wirklich bemerkenswerte Meldungen vom Horn von Afrika. Merkwürdig aus zwei Gründen.
Einmal alleine deshalb schon weil man in den deutsch-sprachigen Medien vom Afrkanischen Kontinent südlich der Sahara überhaupt sehr wenig hört.
Und wenn, dann meist nur schlechtes von Ländern die eine nicht-pro-westliche Politik verfolgen oder die, wie der Sudan, ihre kostbaren Rohstoffe lieber an China oder andere nicht-westliche Mächte verkaufen. Anderes Beispiel ist Simbabwe. Keine Frage, im Sudan passiert viel schreckliches und man kann sich bessere Staatsmänner als Mugabe in Simbabwe vorstellen. Aber warum hört man nichtmal was z.B. im Tschad vor sich geht? Wer von uns weiss was die Eufor-Truppen im Kongo gemacht haben und warum? Es gibt genügend korrupte, diktatorische und kriegführende Regime in Afrika die in der deutschsprachigen Medienlandschaft nicht an den Pranger gestellt werden solange sie mehr oder weniger EU-europäischen und US-amerikanischen Interessen dienen.
Der zweite bemerkenswerte Punkt ist einer, der direkt den Artikel anspricht: Die Reaktion des Sudan und die Kommentare der Offiziellen beider Länder auf den "Zwischenfall". Ein Angriff auf eine Polizeistation, elf Meilen tief in Sudanesischem Gebiet mit 19 Toten, darunter ein Offizier. Offizielle beider Seiten, auch der Sudanesischen geben diesem Anschlag das Attribut "minor", auf Deutsch soviel wie "unbedeutend". Warum dieser Verharmlosung von beiden Seiten? Kann das dem Sudan wirklich egal sein? Welches Interesse verfolgt Äthiopien mit diesem ihm zugeschobenen Anschlag wenn es ihn doch als "unbedeutend" bezeichnet? Durch Mehrinformation in deutschen Medien werden diese Fragen wohl leider nicht beantwortet werden.
Bilder: http://commons.wikimedia.org/
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