Manche hätten es mit der Finanzkrise besser wissen müssen. Menschen wie Allan Greenspan oder Ben Bernanke, die ganz oben in der Finanzwelt mitmischen, hätten doch zumindest vorrausahnen können, dass die Wall Street ab August auf Talfahrt geht. So könnte man meinen. Ein Artikel im Reseau Voltaire zeigt polemisch die zumindest demonstrative Unwissenheit vor der Krise und die hoffnungslose Sicherheit mit der die Lösungsansätze der Welt vorgestellt werden auf. Wahrscheinlich wusste es Allan Greenspan sogar besser, war er doch selbt mitverantwortlich für das "billige Geld" für Häuserbauer die heute Opfer der Krise sind. Es ist jedoch auch kein Geheimnis, dass nicht nur rationelle Wirtschafts- und Lageeinschätzungen das Auf und Ab der Börsen bestimmen, sondern vor allem auch Gerüchte. Es hätte demnach schlicht keinen Sinn gemacht als US-Notenbankchef ein Armagedon für die Finanzmärkte zu prophezeien. Auch wenn der Crash unumgehbar gewesen ist, Öl ins Feuer giessen hätte auch nicht geholfen. Als die Finanzkrise jeden offensichtlich wurde, zeigter er sich "erstaunt". Ähnliches gilt auch für Greenspans Nachfolger Ben Bernanke. Dieser räumt zumindest jetzt ein, dass es ein Fehler gewesen sei zu glauben, die Hypothekenkrise sei in den Griff zu bekommen.
Wenn selbst der Chef der mächtigen Federal Reserve die Hoffnung auf ein Handling der Hypothekenkrise verlor, wer soll dann die krisengeschüttelte Finanz- und die mittlerweile auch sehr stark betroffene Realwirtschaft der USA retten? Alle Augen schauen da zurzeit natürlich auf den gewählten US-Präsidenten Barak Obama. In seinem Wahlkampf hat er immerhin den "Change" versprochen und das Land überzeugt, dass es fähig ist. "We can!" Zu was genau man fähig ist, sagte er im Wahlkampf zwar genausowenig wie in welche Richtung der versprochene Wechsel gehen soll, jedoch sagte er auch schon, dass es keine Zauberlösung geben wird.
Wie das Heilmittel auch aussehen mag, nach bald vier Monaten Finanz- und Wirtschaftskrise ist das gros der Nachrichten immernoch schlecht. Von einem weiteren 700 Milliarden-Dollar Paket ist die Rede, mit dem Obama vor allem Arbeitslosigkeit bekämpfen will. Da fragt sich der Laie, wo denn das Problem ist, wenn doch bei jeder Wirtschaftskrise die Regierung mal kurzerhand 1,4 Billionen Dollar oder wie im Falle unserer Bundesregierung 500-Milliarden Euro als "Rettungspakete" und Konjunkturspritzen locker machen kann. Der Laie versteht die Mechanismen wohl nicht. Aber auch Experten wie Greenspan und Bernanke scheinen Gefallen dran zu finden, Geld aus dem nichts zu schaffen. Davor, dass dieses Geld in Wirklichkeit auf Kosten zukünftiger Generationen geliehen wir, verschliessen die, die es doch besser wissen sollten erstaunlich gekonnt die Augen.